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... und wieder gegen Leerstand

Die Ratsfraktion der Göttinger Linken begrüßt die gestrige Aktion gegen Leerstand von Wohnraum ausdrücklich.

Gäbe es die Aktivisten *innen der OM10, die Wohnrauminitiative, das Bündnis "Besser Wohnen", und engagierte Bürger*innen in Grone nicht, wäre der skrupellose und spekulative Leerstand von Wohnraum in Göttingen kaum so deutlich ins öffentliche Bewusstsein gelangt, wie dies zwischenzeitlich der Fall ist. Ja selbst Hausbesetzungen gelten für viele Göttinger*innen unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr als "Teufelswerk" und kriminell. Und das ist gut so. Dies belegt unter anderem die große öffentliche Unterstützung, die die Besetzer des über Jahre leerstehenden ehemaligen  Gewerkschaftshauses in der Oberen Masch erfahren haben.

Die Ratsfraktion Begrüßt deshalb auch ausdrücklich die gestrige symbolische Besetzung des ebenfalls seit Jahren leerstehenden Gebäudes, dem ehemaligen Pädagogischen Seminars in der Baurat-Gerber-Straße. Hier wurde, wie leider sehr häufig in den letzten Jahren, wieder einmal ein öffentliches Gebäude an einen Privatmann verkauft, der ohne jegliche Zusagen, geschweige denn mit einem Nutzungskonzept sich einfach mal " ein Filetstück" in unserer Stadt "unter den Nagel reißen wollte". Jetzt, da junge Menschen durch eine geplante friedliche und nach Gesprächen mit den Handwerkern abgesagte Besetzung auf den Missstand aufmerksam gemacht haben, fällt dem Besitzer nichts anderes ein, als mit einer Strafanzeige wegen schweren Hausfriedebsbruch zu reagieren. Ein wahres Armutszeugnis eines reichen Mannes. Leider gibt es keine Klagemöglichkeit gegen Missbrauch von Eigentum, bewußter Entziehung von Wohnraum für die vielen Wohnraumsuchenden und Arroganz und Ignoranz gegenüber sozialen Belangen. 

Die Göttinger Linke solidarisiert sich mit allen legitimen Aktionen, die sich gegen bewußten Leerstand von Wohnraum richten und wendet sich entschieden dagegen, Aktionen wie die in der Baurat-Gerber-Straße zu kriminalisieren.