03.05.2013
Zugestanden, wir benötigen Wohnraum in Göttingen, bezahlbaren, günstigen Wohnraum. Deshalb hat die Göttinger Linke Ratsfraktion mit ihrem Antrag auf Reaktivierung des Sozialen Wohnungsbaus ja auch die Zustimmung aller im Rat vertretenen Parteien erhalten. Allerdings gerade Kleingärten als Bauland auszuweisen ist ‚das Kind mit dem Bade auszuschütten’. Vielleicht ist dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen Rolf Becker nicht unbedingt geläufig, dass die Schrebergartenbewegung aus der Arbeiterbewegung entstand. Hier sollten für lohnabhängige Menschen, die überwiegend in Wohnblocks wohnten, kleine Rückzugs- und Erholungsmöglichkeiten geschaffen werden.
Aber auch der Aspekt der teilweisen Eigenversorgung spielte dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Auch heute haben die Kleingärten insbesondere für junge Familien und Menschen ohne eigenes Wohneigentum eine wichtige Bedeutung. Sozialkontakte im Kleingartenverein, Gemeinschaftsaktionen und Feste haben eine nicht zu unterschätzende Funktion.
All dies waren z.B. Gründe dafür, dass die Ratsfraktionen sich einmütig für die Erhaltung der Kleingartenanlage am Nonnenstieg eingesetzt haben. „Wir werden uns weiterhin für sie Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Göttingen einsetzen. Wir wollen alles daran setzen, dass der Verdrängunswettbewerb zwischen Studenten, ALG-II-Emfpängern und Geringverdiener_innen gestoppt wird“, so Gerd Nier für die Göttinger Linke. „Wir werden aber kein Konzept unterstützen, dass dafür die Vernichtung von Kleingärten zu Grunde legt.“ Wie sich das Locken mit Ersatzflächen dann in der Realität gestalte, habe seinerzeit die in Teilen veräußerte Fläche der Kleingartenkolonie Wiesengrund gezeigt. Ersatzflächen: Fehlanzeige. Aber es spricht überhaupt nichts dagegen, bei der nachgewiesenen Nachfrage nach Kleingärten weitere Flächen „im Süden der Stadt“ zu finden, die allerdings durch Herrn Becker noch näher benannt werden müssten.
27.04.2013
Anstatt sich offensiv mit der Kritik am Umgang mit Mitarbeiter/innen und der Versorgung von Patientinnen auseinander zu setzen, verfällt Asklepios in Drohgebärden indem man der regionalen Presse und sogar Leserbriefschreibern rechtliche Schritte androht. Aus Sicht der Ratsfraktion der Göttinger Linken ein "Armutszeugnis" und eher ein Beleg dafür, dass man nicht nur gegenüber dem Personal eher auf Einschüchterung als auf Dialog bei Asklepios baut.
"So stellt sich dann eher die ernsthafte Frage, wer sich in dieser Angelegenheit wirklich geschäftsschädigend verhält", so Gerd Nier für die Göttinger Linke. Anscheinend meint die Geschäftsleitung von Asklepios, es handele sich um eine konzertierte Aktion von Ärtzen/innen, Mitarbeiter/innen und Patient/innen inklusive etlicher politischer Mandatsträger, um ihnen und dem Ruf ihrer Kliniken zu schaden. Es scheint mittlerweile eher einiges darauf hinzudeuten, dass bei einigen Asklepiosverlautbarungen eher erkennbare Symptome einer Paranoia vorliegen könnten, einem Syndrom, dem durch eine qualifizierte psychatrische Behandlung durchaus abgeholfen werden könnte.
Warten wir doch gemeinsam mal ab, was die Besuchskommission für eine Eindruck gewonnen hat. Unbenommen dessen lässt sich aber ohne Polemik jetzt schon sagen, dass sich seit der Übernahme durch Asklepios die Klagen von Angehörigen, Patienten und Mitarbeiter/innen erkennbar erhöht haben. Dass sofort nach Ablauf der vertraglichen Übergangsfrist Arbeitsverträge und damit auch Arbeitsbedingungen verändert werden sollen und gegen jegliche Kritik rigoros vorgegangen werden soll. "Für uns zeigt sich hier sehr deutlich, was es bedeutet, wenn Gesundheit zur Ware degradiert wird und den wirtschaftlichen Interessen von Anteilseigenern unterworfen wird", so Gerd Nier abschließend.
Grundlegende Bereiche der Daseinsfürsorge dürfen nicht dem sog. freien Spiel der Kräfte überlassen und privatisiert werden. Für sie muss die öffentliche Verantwortung gelten.
24.04.2013
Es ist schon tragisch, wie auf dem Rücken der Betroffenen innerhalb der Landkreis und Stadt-SPD um Mietobergrenzen für Hilfeempfänger/innen gestritten wird. Da ist es auch wenig hilfreich, wenn sich Thomas Oppermann hinstellt und als einzige Lösung die Beantragung der Stadt als Optionskommune propagiere. Die arrogante Aussage: „Dann könnt ihr (Stadt) selbst entscheiden, wie viel Miete ihr zahlen wollt“, wird dem Sachverhalt in keiner Weise gerecht und verhöhnt ein ernsthaftes Anliegen der Sozialverwaltung der Stadt und anscheinend auch etlicher SPD-Mitglieder. Aber nun ja, jetzt ist die Sache erst einmal vertagt und der Weisheit des neuen SPD-Unterbezirksvorstand anheimgestellt. „Vielleicht hilft ja bei den weiteren Beratungen eines von etlichen Beispielen aus der Lebenswirklichkeit, die uns als GöLinke-Ratsfraktion vermehrt erreichen“, so Gerd Nier für die Ratsfraktion der Göttinger Linken. „Mit Einverständnis der Absenderin gebe ich deren Erfahrungen mit einem erzwungenen Umzug allen Interessierten (ohne Namensnennung) zur Kenntnis“, so Nier.
Gesendet: Donnerstag, 11. April 2013 um 18:09 Uhr
Von: An: gerd.nier@...
Betreff: Artikel im GT vom o4.o4.2013 Mietobergrenzen
Sehr geehrter Herr Nier,
die Thematik der Mietobergrenzen beschäftigt mich aus eigener Betroffenheit schon seit langem. Aus diesem Grund bin ich November 2011 aus der Südstadt, in eine "angemessene" Wohnung nach Geismar gezogen, damals noch Mobiler mit Fahrrad trotz schwerer Hüftgelenksarthrose und funktionaler Beinverkürzung. Seit meinem Fahrradunfall bei dem ich mir eine Weber C Fraktur im Sprunggelenk zu zog mit Wundheilungsstörung, stelle ich nun schmerzlich fest wie mich dieser Umzug in einem Maße isoliert, wie ich mir das nie hatte vorstellen können, obwohl ich sowas befürchtet hatte und deswegen den Umzug bis zum äußersten hinaus gezögert habe. Nicht nur das meine Lebenshaltungskosten gestiegen sind (Rewe ist teuer und Aldi weit) es nimmt mir auch die Möglichkeit der Teilnahme an kostenlosen Veranstaltungen in der Stadt, denn Busfahren ist teuer. Es ist in der Innenstadt so gut wie unmöglich bezahlbaren Wohnraum zu finden und wenn es ihn schon mal gibt dann nur für Studenten, so sehr ich es ihnen gönne, schließlich sind meine beiden Kinder ebenfalls Studenten, trotzdem ärgert es mich.
Aus diesem Grund habe ich an unseren Landrat geschrieben und sogar eine Antwort erhalten, ich zitiere hier den letzten Absatz der Antwort:"Die Kreisverwaltung wird keine Umzüge aus der Stadt Göttingen in andere Gemeinden mit einer geringeren Angemessenheitsgrenze verlangen. Es ist auch keine Umzugswelle zu befürchten. Betroffene müßen nur umziehen, wenn tatsächlich freier angemesse ner Wohnraum zur Verfügung steht."Ich finde das Schreiben sehr intressant, beruhigen tut es mich auf gar keinen Fall .Als Politik intressierte Wählerin und mit der jetzigen Regierung ganz und gar unzufrieden, gehöre ich zuden Personen die sich bei Wahlen stets für eine das "realistische" "kleinere Übel" entscheidet. Mir ist es deshalb wichtig Menschen wie Ihnen, die aktiv Politik machen ,Alltagsrealitäten wissen zu lassen um so vielleicht ein Stück "Politik" von unten zu betreiben.
Mit freundlichem Gruß S. …
23.04.2013
Es war abzusehen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für das Personal Formen erreichen wird, die an Ausbeutung grenzen. Damit einhergehend sind dann auch die qualitativ negativen Einschnitte für die Patienten nicht wirklich überraschend. Asklepios ist ein bundesweit agierender Klinikbetreiber, der Profit machen will und muss, der schnelle Renditen erwirtschaften will und nicht vorrangig dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Schön, dass die Göttinger SPD sich nun auch offensiv mit den Folgen von Privatisierungen im öffentlichen Bereich beschäftigt, zumindest was die ehemaligen Landeskliniken betrifft. „Eher blauäugig und wenig erfolgversprechend ist allerdings die Forderung nach Rückabwicklung des 2007 erfolgten unseriösen Verkaufs der beiden Göttinger Kliniken durch die damalige Landesregierung“, so Gerd Nier für die Ratsfraktion der Göttinger Linken. Aber lassen wir mal das Prinzip Hoffnung walten. Mal sehen, ob die Landesregierung nach der Aufforderung der Göttinger SPD reagieren wird. Interessant wäre auf jeden Fall, sollte eine Rückabwicklung zum damaligen Kaufpreis wegen rechtlicher Probleme nicht möglich sein, ob dann auch über einen Rückkauf nachgedacht wird. Allein an den Kaufpreis für die Klinik Tiefenbrunn in Höhe von 325.000 Euro würde Asklepios mindestens eine Null dranhängen. Und so wird sich auch in diesem Fall bestätigen, ‚mit der Gesundheit von Menschen können sich einige gesund stoßen’, wie insgesamt immer mehr Bereiche der Grundversorgung wie Wohnen, Energie und Wasser den Interessen des Kapitalmarktes geopfert werden.
18.04.2013
Wie zu erwarten war und gegen die Aussagen der Mehrheitsparteien im Rat der Stadt Göttingen zeigen sich immer deutlicher die Auswirkungen des EHP für die Göttinger Bürger_innen. Deutlich wurde es wieder im letzten JHA am Donnerstag dem 11.April. Eine Arbeitsgruppe mit 3 Vertretern der großen Parteien und zwei weiteren Mitgliedern des JHA hatten einen Entwurf für die Änderung der Leistungs- und Budgetverträge mit den freien Trägern von Kindertagesstätten vorgelegt. In der Diskussion zeigte sich von Beginn an sehr deutlich, dass die beiden parteilosen Vertreter mit den Vereinbarungen nicht einverstanden waren, weil zu hohe Belastungen für die freien Träger entstehen würden. Es entstand eine Diskussion, wie sie im Ausschuss hätte geführt werden müssen. Die Einwände wurden mit redaktionellen Veränderungen abgewiegelt, ohne dass die inhaltlichen Bedenken berücksichtigt wurden. Bei der Abstimmung gab es dann auch nur eine ganz knappe Mehrheit durch die Mehrheitsparteien. Der Antrag wurde mit 6 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen angenommen. Mit dieser nichtqualifizierten Mehrheit ging der Antrag in den Rat und wurde dort selbstverständlich, weil nur Ratsmitglieder abstimmen, mit einer großen Mehrheit angenommen.
„Das erschreckende an diesem Vorgehen ist nicht nur die Veränderung einer nicht vorhandenen Mehrheit im Ausschuss in eine deutlich Mehrheitsabstimmung im Rat, sondern vor allem, dass der Ausschuss, der den Vorschlag erarbeitet hat nach der NGO überhaupt nicht zulässig ist und dass in dem sogenannten Ausschuss die Betroffenen mit ihren Bedenken übergangen werden“, so Rolf Ralle, Mitglied für die GöLinke-Ratsfraktion im Jugendhilfeausschuss.
Dies sei ein Beispiel für vorgetäuschte Demokratie zur Durchsetzung von Parteieninteressen gegen die ca. 90 freien Träger in der Stadt Göttingen, die finanzielle Beschränkungen umsetzen müssten. Dies wird eine Qualitätsverschlechterung in den Kitas zur Folge haben, was öffentlich immer bestritten wird.
21.03.2013
Im letzten Sportausschuss wurde wieder einmal von der Mehrheit der Mandatsträger_innen einer Verwaltungsvorlage zugestimmt, die die Interessen der Weender Bürgerinnen und Bürger ignoriert.
Das von der Verwaltung vorgelegte Entwicklungs- und Betriebskonzept entsprach nicht im Mindesten dem, was sich die Nutzer_innen des Schwimmbades erhofft hatten. Der Förderverein Weender Freibad hatte selbst ein Konzept erarbeitet, in welchem viel ehrenamtliche Arbeit steckte und was nach der Entscheidung im Sportausschuss nur noch Makulatur ist.
Civar Akad von der GöLinken-Ratsfraktion sagte dazu: „Dass der Göttinger Rat in letzter Zeit und auch zukünftig viele unpopuläre Entscheidungen traf und weiterhin treffen wird, bestätigt unsere Befürchtungen. Der so genannte Zukunftsvertrag scheint der Ratsmehrheit inzwischen immer wieder als bequeme Ausrede zu dienen, dass Ihnen finanziell die Hände gebunden seien. Die Entscheidung im Sportausschuss zu Gunsten der Verwaltungsvorlage ist jedoch nicht nur eine weitere Sparmaßnahme zu Lasten der Menschen, sondern mit dieser Entscheidung wird auch das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Fördervereins Weender Freibad völlig ignoriert. Offiziell wird ehrenamtliches Engagement und Mitarbeit bei der politischen Willensbildung immer begrüßt. Leider strafen Entscheidungen, wie die aus dem Sportausschuss, solche Aussagen Lügen. Wir als GöLi-Ratsfraktion werden uns auch weiterhin für die Belange der Menschen in Weende einsetzen“.
21.03.2013
Wie kann man bei einer sozialunverträglichen Hartz-IV-Gesetzgebung überhaupt von einer sozialverträglichen Umsetzung des Mietgutachtens reden?
„So kann man die Realitäten auch verkehren“, so Gerd Nier für die Göttinger Linke Ratsfraktion. Man stellt Quadratmetermietpreise von 17 Euro für sog. Leistungsberechtigte in den Raum und proklamiert dann den Schutz der Steuerzahler vor einer überbordenden Subventionierung der Vermieter. Gegen Mietwucher dieser Art gibt es immer noch die Möglichkeit des rechtlichen Vorgehens. Dass sich die Mieten im Stadtgebiet auf einem höheren Niveau als im Umland bewegen, ist kein Geheimnis. Dass sich bei Nichthandeln ein Verdrängungs-Wettbewerb ergeben wird, ist zu befürchten. Gerade diesen Tatsachen und Tendenzen muss gegenüber den Anspruchsberechtigten Rechnung getragen werden. Eine Mietminderung in der Stadt z.B. von 435 auf 381 Euro für eine Bedarfsgemeinschaft von zwei Personen ermöglicht es aber selbst nicht mehr, eine der nur noch wenigen vorhandenen Sozialwohnungen anzumieten.
Anstatt „Nebelkerzen“ zu werfen und Beschwichtigungsparolen auszugeben, sollte sich Landrat Reuter klar positionieren und sich an der Forderung seiner SPD-Parteifreunde vom Stadtverband orientieren. Die warnen vor „einem sozialpolitischen Irrweg“ bei Umsetzung des Gutachtens und fordern mehr Sensibilität im Umgang mit Hilfeempfängern und Menschen in finanziell bedrängter Lebenslage ein.
Das eigentlich Unverzeihliche an der durch den Landrat und die Kreisverwaltung geschaffenen Situation ist schon jetzt jedoch die erhebliche Verunsicherung vieler potentiell betroffener Menschen in der Stadt. Ihnen sollte Herr Reuter wieder Sicherheit geben mit einer eindeutigen Aussage in der Richtung, dass zumindest die zurzeit geltenden und anerkannten Sätze der Kosten zur Unterkunft (KdU) Bestand haben werden. Leider jongliert er aber in alter Tradition des Landkreises mit der KdU hin und her und ignoriert die Erkenntnisse der städtischen Sozialverwaltung und selbst der Wohnungsbaugesellschaften völlig. Herr Reuter will nichts verlangen, aber auch nichts ausschließen, wie er so schön in seiner Stellungname betont. „Besser kann man Unverbindlichkeit nicht ausdrücken“, so Gerd Nier abschließend.
16.03.2013
„Es hilft den Mitarbeiter/innen aktuell nicht viel weiter, wenn wir betonen, dass wir von Anfang an gegen den Verkauf des ehemaligen LKH und die Übernahme durch den privaten Klinikgroßbetreiber Asklepios waren“, so Gerd Nier für die Ratsfraktion der Göttinger Linken. Jetzt gilt es, Solidarität mit den Beschäftigten der Klinik zu zeigen, die über immer deutlichere Arbeitsverdichtung, über den Versuch, neue, schlechtere Arbeitsverträge durchzusetzen, über Personalabbau und Absenkung der Standards nicht weiter schweigen wollen und sich wehren. Es gilt aber auch, im Interesse der Patientinnen und Patienten auf die Einhaltung von Standards zu dringen: Dazu gehört mindestens, dass sie die notwendige und qualifizierte therapeutische Behandlung erhalten, dass sie von Ärzten und Pflegekräften betreut werden, die nicht völlig überlastet sind und dass sie in Wohn- und Stationsbereichen leben können, die von Reinigungskräften zumindest hinreichend hygienisch und sauber gehalten werden.
Nier erinnert daran, dass es noch nicht allzu lange her ist, dass der Skandal über die Verschleuderung der Landeskliniken vom Landesrechnungshof offen gelegt und gerügt wurde. Er verweist auf die Schwierigkeiten fehlender Vereinbarungen des Landes beim Kauf durch Asklepios: Auf Konflikte um Wegerechte und fehlende Konzepte einer gemeinsamen Energieversorgung und zur Nutzung therapeutischer Einrichtungen zwischen der Landeseinrichtung „Festes Haus“ und Asklepios. Letztlich sei selbst bei dem umstrittenen Bau des neuen Festen Hauses und der Vernichtung eines gewachsenen Patienten- und Bürgerparkes auch die Privatisierung des ehemaligen Landeskrankenhauses ein zusätzlicher Stolperstein zu Lasten der Bevölkerung und der Patienten gewesen. Wäre die Klinik noch in Landesbesitz, hätte man sogar mehr als eine Alternative zur Bebauung finden können. Es zeigt sich einmal mehr, dass die jahrelange Kampagne der Linken gegen die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen berechtigt war und auch weiterhin nötig bleibt. Spätestens nach einer Karenzzeit von wenigen Jahren würden die privaten Betreiber ihre Profitinteressen erkennbar offenlegen zu Lasten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in diesem Falle auch auf Kosten der Patienten.
12.03.2013
Es ist schon ein merkwürdiges Verständnis von Beweislast, was der FDP-Bundestagsabgeordnete Knopek an den Tag legt. Geht es nach ihm sollen Bürgerinitiativen und Kritiker die von ihnen befürchteten Emissionsbelastungen belegen und nicht der Betreiber die Unbedenklichkeit beweisen. Wie deutlich sich Herr Knopek zum einseitigen Sprachrohr von TenneT macht, wird aus seinen nun fast täglich erscheinenden Verlautbarungen offensichtlich. Forderungen nach Offenlegung des gegenwärtigen Planungsstandes an TenneT, Fragen und Bedenken der Bürgerinitiative und der Anwohner der „westlichen Dörfer“ werden mit keinem Wort aufgegriffen. Zur Akzeptanz der von allen Seiten vielbeschworenen Energiewende gehört es aber auch, die Menschen mitzunehmen, ihre Fragen und Bedenken erst zu nehmen und sich gegen die Verlagerung von Kosten und Risiken auf die Allgemeinheit zu wenden, so Gerd Nier für die Ratsfraktion der Göttinger Linken.
12.03.2013
Abgesehen von der Unsinnigkeit des Zweier-Fusions-Beschlusses der Koalitionäre SPD und Grüne in den Kreistagen Osterode und Göttingen, verweigert die Kreistagsmehrheit in Osterode sich sogar dem demokratischen Recht der namentlichen Abstimmung. Die Bürger_innen werden nicht mitgenommen, Northeim wird wegen Widerspenstigkeit erst einmal vor der Tür gelassen und dann fehlt sogar der Mut, sich als Personen zu diesem als alternativlos bezeichneten Beschluss zu stellen. Soviel Zaghaftigkeit und Mutlosigkeit steht konträr zu dem vielbeschworenen Aufbruchswillen in einen Südniedersächsischen Großkreis.
Leider müssen wir in Göttingen-Stadt auch registrieren, dass Verwaltung und Politik der Stadt in der Endphase der Absprachen völlig vor der Tür gelassen wurden. „Wir dürfen jetzt erst prüfen und beurteilen, was der Vertrag zwischen den beiden Landkreisen für die Stadt Göttingen bedeuten wird. Es ist zu befürchten, dass diese Prüfung im Bezug auf vielerlei Bereiche – insbesondere auch auf die Finanzausstattung der Stadt Göttingen - eher negativ ausfallen wird“, so Gerd Nier für die Ratsfraktion der Göttinger Linken. Aber bis 2016 ist ja noch etwas Zeit und so scheint man bei SPD/Grünen darauf zu hoffen, dass bis dahin Gras über das unmögliche Verfahren gewachsen sein wird.
07.02.2013
Wenn man den Ausführungen von Herrn Noack glauben darf – und er ist als Aufsichtsratsmitglied ja nahe am Geschehen – so ist schon Ende dieses Jahres mit der Selbstständigkeit des Jungen Theaters Schluss. Es trifft also das ein, was mit Entwurf des EHPs von der Stadtverwaltung geplant war. Auf Druck der Öffentlichkeit wurde zwar der Begriff Fusion in „Neuordnung der Theaterlandschaft“ geändert und dann als Kooperationsmodell zwischen DT und JT unter Wahrung der Selbstständigkeit des Jungen Theaters neu gepriesen. Die Gespräche und Verhandlungen zwischen den beiden Theatern nahmen konkrete und vielversprechende Konturen an, als man als ersten Schritt die Nichtverlängerung des Intendantenvertrages von Mark Zurmühle mehrheitlich beschloss. Dass dieser dann deutlich das Interesse verlor, an einem längerfristigen Konzept für eine sinnvolle Zusammenarbeit weiter zu arbeiten, dürfte niemanden so wirklich überrascht haben.
„Wenn aber jetzt schon sicher ist, dass die städtischen Zuschussmittel für das Junge Theater tatsächlich mit Ablauf des Jahres drastisch gekürzt werden sollen, dann war das Gerede um gleichberechtigte Kooperationsformen zwischen den Theatern sowieso nur eine „Nebelkerze“, um ein wenig Zeit zu gewinnen und dem öffentlichen Protest etwas den „Wind aus den Segeln zu nehmen“, so Gerd Nier für die Göttinger Linke Ratsfraktion. „So tritt dann doch ein, was von uns u.a. mit Abschluss des EHPs befürchtet wurde: Auch die kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit unserer Stadt wird scheibchenweise abgebaut“, so Nier weiter.
01.02.2013
„Es scheint Methode zu werden, dass die wahren Entscheidungen nicht mehr vor Ort, sondern auf den nächst höheren Ebenen getroffen werden“, so Gerd Nier für die Ratsfraktion der Göttinger Linken. Weil sich die beiden Hauptverwaltungsbeamten Landrat Reuter und OB Meyer samt den sie tragenden Mehrheitsfraktionen SPD und Grüne über den Finanzausgleich nicht einigen konnten, rief man im Dezember Thomas Oppermann zur Hilfe. Der gab dann die Richtung vor, wie der „faule“ Kompromiss auszusehen habe.
Gut einen Monat später soll nun die neue Landesregierung – vielleicht in Vertretung der Herren Wenzel oder Weil – den Scherbenhaufen kitten, der von den Fusionsverhandlungen übrig geblieben ist. Diesmal geht es um die Unfähigkeit der beiden SPD-Landräte Wickmann und Reuter und den jeweiligen SPD-Grünen Koalitionen eine Fusionsvereinbarung zu Stande zu bekommen. Stadt Göttingen und der Kreis Osterode werden zwar noch unter fiskalischen Aspekten genannt, in den Beratungen und dem Gezänk werden sie aber nur noch als Statisten behandelt. Die Nonsens Varianten (drei Kreise mit oder ohne Stadt Göttingen, zwei Kreise, ein und dreiviertel Kreis) haben Hochblüte. Sinn und Zweck werden nur noch am Erreichen der Entschuldungshilfe des Landes gemessen. Bürgerinteressen, sachliche Erwägungen, Transparenz spielen noch weniger eine Rolle als zu Beginn der Großkreisfantasien.
„Bei so viel Unterschiedlichkeit in den Vorstellungen und Forderungen der Beteiligten könnte man vielleicht jetzt wenigstens darauf hoffen, dass nicht irgendwelche Vermittler weiterhin den Weg weisen, sondern endlich die betroffene Bevölkerung zu Wort kommt“, so Gerd Nier für die Göttinger Linke. Aber die zurzeit vernehmbaren Rettungsrufe lassen dies in keiner Weise erkennen. Sie ignorieren die immer stärker erkennbare Skepsis der der Bürgerinnen und Bürger in allen beteiligten Gebietskörperschaften.
30.01.2013
Oberstes Ziel von Kommunen und Parteien muss es sein, dass die Wasserversorgung der Bevölkerung in kommunaler Hand bleibt. Nur so kann der Zugang zu bezahlbarem und günstigem Wasser gewährleistet werden. Die geplante EU-Richtlinie gefährdet dieses Ziel in hohem Maße, da sie ausdrücklich einen Einstieg in die Privatisierung der Wasserversorgung vorsieht. Da die europäischen Regierungen keinen wirklichen Widerstand gegen die geplante Richtlinie leisten, bleibt zu hoffen, dass die europaweite Kampagne die eine Million erforderlichen Unterschriften zustande bringt, um die Richtlinie zu stoppen. Portugal wurde schon dazu gezwungen, die Wasserversorgung zu liberalisieren, wie es so schön heißt. Für die Bevölkerung bedeutet das schon jetzt eine Preiserhöhung um 400 Prozent. Es ist zu befürchten, dass nach der Strompreisexplosion demnächst der nächste Schock für die Verbraucher/innen anstehen könnte. „Energie und Wasser gehören aber hoffentlich nicht nur aus Sicht der Göttinger Linken zur Grundversorgung, die kein allgemeines Handelsobjekt sein dürfen und privatem Gewinnstreben entzogen werden müssen“, so Gerd Nier für die Göttinger Linke Ratsfraktion. Weil aber in der EU die Tendenz zu Privatisierungen weiter steigt, muss auch in den Kommunen darüber nachgedacht werden, wie man eine ausreichende und bezahlbare Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sicherstellt. Deshalb sollte vor Ort ernsthaft über die Einrichtung eines kommunalen Wasserbeirates beraten werden, um die Bevölkerung mit einzubinden. Ein solcher Beirat könnte u.a. die Belange einer sicheren, bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Trinkwasserversorgung regeln. Nachhaltiger Umgang mit Wasser, Information von Stadtrat, Bürger/innen, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft über ökologische und ökonomische Fragen von Trinkwasserversorgung und –verbrauch könnten weitere Funktionen darstellen.
„Sinnvolle wäre sicher ein Wasserbeirat, der Belange über die Stadtgrenzen hinaus aufgreift und ggf. Nachbargemeinden und den Landkreis mit einbindet. Erste Gründungen von kommunalen Wasserbeiräten z.B. in der Region Freiburg erscheinen zumindest vielversprechend“, so Nier abschließend.
29.01.2013
Die mangelnde und irritierende Informationspolitik über den Planungsstand und Ausbau der 380 VK Hochspannungsverkabelung im Bereich Südniedersachen und insbesondere in und um Göttingen herum ist für die Ratsfraktion der Göttinger Linken mittlerweile ein Skandal.
Alles scheint dafür zu sprechen, dass Tennet anders als von vielen Bürger/innen und allen Ratsfraktionen gefordert sich längst verabschiedet hat von der unterirdischen Verkabelung entlang der A 7. Von Problemen ist da nebulös die Rede, ohne dabei auch nur ansatzweise diese Aussage zu konkretisieren. Mehrkosten werden ins Feld geführt und damit rein wirtschaftliche Erwägungen gegenüber Gemeinwohlinteressen wie den Schutz der Gesundheit gestellt. Zudem gerät die Seriosität von Tennet für dieses Mammutprojekt der Nord-Süd-Verkabelung immer mehr in Gefahr. So hat der dänische Energiekonzern Dong ein Missbrauchsverfahren gegen Tennet eingeleitet, weil es ernsthaft bezweifelt, dass Tennet Mittel und Geldgeber für die milliardenschweren Investitionen aufbringen kann. Deutliche Zeitverzögerungen für den Anschluss des Windparks Borkum Riffgrund 2 lassen sich nicht mehr verheimlichen. Vor diesem Hintergrund warnt Gerd Nier vor Maßnahmen von Tennet in der Region Göttingen, die die Bürger/innen vor vollendete Tatsachen stellen und an Rat und Kreistag vorbei initiiert werden. „Wir fordern eine konzertierte Aktion der betroffenen Gebietskörperschaften in unserer Region gegenüber dem Baulastträger Land, alles dafür zu tun, dass die Bedenken und Anregungen der Menschen vor Ort ernst genommen werden. Wir fordern die völlige Offenlegung des aktuellen Planungsstandes von Tennet und eine Abkehr einer völlig intransparenten, irritierenden und in Teilen sogar widersprüchlichen Informationspolitik.“ so Nier.
Bürgerinformation und –beteiligung sind das Gebot der Stunde. Es darf auf keinen Fall geschehen, dass die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen gestellt wird.
23.01.2013
Den Reaktionen nach zu urteilen kam die Mitteilung der Verwaltung über die deutlichen Kostensteigerungen für die weitere barrierefreie Ausstattung des Alten Rathauses im Verwaltungsausschuss am 14. Januar für alle Fraktionen sehr überraschend. 400.000 Euro mehr, als in den Vorplanungen berechnet, sind in der Tat kein Pappenstiel. Insofern war es auch folgerichtig, dass allseits versichert wurde, dass in einer überschaubaren Frist die Fraktionen näher informiert werden müssten, um sachgerechte Beratungen und eine endgültige Entscheidung treffen zu können. Sinngemäß äußerte der Oberbürgermeister, dass die Politik nun das letzte Wort habe. Wieder einmal müssen wir als Fraktion der Göttinger Linken erfahren, dass wir nicht zu denen zählen, die näher informiert und in den Entscheidungsprozess einbezogen werden.
Aus der Presse müssen wir entnehmen, dass die Verwaltung am 16.01. anscheinend schon in den ihr nahestehenden Ratsfraktionen war und dort ihre ablehnende Haltung zu einer Weiterführung der Baumaßnahmen im Alten Rathaus vorgetragen hat. Eine entsprechende Verwaltungsvorlage ist ebenfalls auf den 16.01. datiert. Auch diese kennen wir bis heute nicht. Am besagten 16.01. hat der Behindertenbeirat auf unsere Nachfrage hin bestätigt, dass er bis dato noch nicht von der Verwaltung konsultiert und informiert war, obwohl dies eine dringende Forderung der Göttinger Linken schon montags im Verwaltungsausschuss war. Fazit: Es wurden wieder einmal Fakten geschaffen ohne die Beteiligung aller Fraktionen. Es wurde die zuständige Vertretung der betroffenen Menschen – wenn überhaupt – zu einem Zeitpunkt eingeschaltet, als längst alle Würfel gefallen waren. Es wurde in keiner Weise der Ankündigung nachgekommen, eine denkbare Umschichtung im investiven Bereich zu prüfen und vorzustellen.
Was dann der Besuch des Stadtbaurates heute nachmittag ( 23.01.) in unserer Fraktion noch soll, bleibt schleierhaft. „Auf Höflichkeitsbesuche oder allgemeinen Plausch können wir verzichten“, so Gerd Nier für die Fraktion der Göttinger Linken. „Wir werden uns auch weiter für den behindertengerechten Ausbau des Alten Rathauses einsetzen“.
Niemand im Neuen Rathaus stellt z.B. das Millionenprojekt GVZ III zur Disposition trotz fehlender Investoren und trotz verabschiedeten Entschuldungshilfeprogramms. Wie lautet so treffend der Kommentar eines Mitgliedes des Behindertenbeirates: „Menschen mit Behinderung sind die ersten Opfer des Entschuldungshilfeprogramms“.
13.01.2013
Ratsfraktion der Göttinger Linken befürchtet im Streit um einen Großkreis nächsten faulen Kompromiss
Sie war schon zu erwarten und kommt nicht wirklich überraschend mehr, die nächste Krise zwischen den SPD-Hauptverwaltungsbeamten in Südniedersachsen.
Nach den in letzter Minute erfolgten Vermittlungsbemühungen von Thomas Oppermann zwischen den beiden SPD-Hauptverwaltungsbeamten Landrat Reuter und Oberbürgermeister Meyer muss vermutlich unverzüglich ein weiterer (oder auch derselbe) Vermittler aus bundespolitischen Reihen her, um den nächsten Konflikt in der öffentlichen Wahrnehmung zu übertünchen.
Waren es im Streit zwischen Kreis und Stadt nur noch wenige Tage, um die zu verabschiedenden Haushalte zumindest noch auf nicht völlig widersprüchliche Fundamente zu stellen, bleiben den Herren Landräten Wickmann (Northeim) und Reuter (auch diesmal wieder eine reine SPD-Konstellation) noch fast eineinhalb Monate um sich zu einigen. Oberbürgermeister Meyer (SPD) und erster Kreisrat Geißlreiter (Osterode/CDU) scheinen in dem ganzen Gezerre um die Bildung eines Großkreises nur noch Statistenrollen zu spielen. Gleiches gilt für die in den Kreisen und der Stadt agierenden Mehrheitsfraktionen von SPD und Grünen.
Synergieeffekte sollten es sein, die ein Großkreis mit sich bringen wird, so ein wesentliches Moment der Akteure. Merkwürdig, dass aber alle alles behalten wollen. Um Bauverwaltungen, Rettungsleitstellen, Veterinärämter, ja selbst einzelne Standorte von Dezernaten wird gestritten.
Kosteneinsparungen in erkennbarer Höhe wären zu erwarten. Aber niemand wagt sich bis heute auch nur eine annähernde Zahl dafür zu nennen, geschweige denn zu belegen. Im Moment also nicht mehr als „Stochern im Nebel“.
Entlastung für die Kommunen, ein weiteres Argument, aber welcher Art? Fast sicher ist aber bisher nur, dass sich für die Stadt und die Gemeinden im Kreis Göttingen höhere Kreisumlagen ergeben werden.
Kooperation und Solidarität sollten das Markenzeichen eines Großkreises Südniedersachsen/Göttingen werden. Zur Zeit sind aber lediglich Misstrauen, Eifersüchteleien und gegenseitige Unterstellungen zu erkennen.
„Alles läuft ebenso, wie bei dem faulen Haushaltskompromiss zwischen Kreis und Stadt Göttingen auf ein mit „heißer Nadel“ gestricktes Stückwerk hinaus, dessen wirkliche Auswirkungen noch völlig unüberschaubar sind. Nun nur noch das Termindiktat März 2013 einer Entschuldungshilfe durch das Land zu nennen, ist ein viel zu dünnes Argument für eine so weit reichende Neustrukturierung der Gebietskörperschaften in Südniedersachsen“, so Gerd Nier für die Ratsfraktion der Göttinger Linken. Selbst bei einer weiteren Vermittlung durch Thomas Oppermann und/oder Jürgen Trittin bleibt zu befürchten, dass wie Anfang Dezember wieder nur ein fauler Kompromiss dabei herauskommen wird. Doch die Auswirkungen wären noch deutlich fataler und irreparabler als im Streit über einen Finanzausgleich zwischen Kreis und Stadt Göttingen. „Und die wirklichen Verlierer werden nicht die Hauptverwaltungsbeamten sein, sondern die Bürgerinnen und Bürger dieses völlig unausgegorenen Mammutgebildes“, so Gerd Nier.
10.01.2013
Die Meldung des Landesrechnungshofes über die weit unter Wert veräußerten psychiatrischen Kliniken Landeskrankenhaus und Tiefenbrunn kann niemanden ernsthaft überraschen. „Wer seiner Zeit den Kaufpreis allein für das riesige Areal samt Immobilien in Tiefenbrunn mitbekam, konnte nur Tränen in die Augen bekommen“, so Gerd Nier für die Ratsfraktion der Göttinger Linken. Das kann man umgangssprachlich nur als “Verscheuern für ´nen Appel und ´nen Ei“ bezeichnen. Hinzu kamen aber zusätzlich noch völlig dilettantische Vertragsklauseln, die riesige Probleme mit den Wegerechten und weiteren Nutzungsmöglichkeiten z.B. für die in Landeszuständigkeit verbleibende Forensik auf dem Leineberg mit sich brachten. Völlig offen gelassen wurden auch Vereinbarungen über die gemeinsame Nutzung von therapeutischen Einrichtungen etc. Gerächt hat sich dieser völlig überhastete und kaum durchdachte Verkauf bis heute. Der Neubau des sog. Festen Hauses, der nun zur Vernichtung eines gewachsenen, von Patienten und Anwohnern genutzten Parks führt, hätte mit dem Verkauf seinerzeit noch etliche andere Alternativen zum Neubau eines Festen Hauses eröffnet. „Zugegeben, auch heute noch wäre zumindest eine Bebauung auf dem landeseigenen Gelände der Jugendanstalt möglich, damals aber hätte man auch noch weitere Varianten prüfen können“, so Gerd Nier abschließend. Der weit unter Wert erfolgte Verkauf der beiden Einrichtungen war und bleibt ein landespolitischer Skandal.
09.01.2013
Vielleicht ist nur noch wenigen Göttinger/innen bekannt, dass unsere Ehrenbürgerin Hannah Vogt als politisch Verfolgte eine der ersten jugendlichen KZ-Insassinnen in Moringen war. Wer angesichts ihrer Biografie und den Berichten vieler anderer Verfolgter und in Moringen misshandelter Menschen meint, dies mit „Alles Lüge“ an der Gedenkstätte beschmieren zu müssen, schmäht die Opfer nicht nur ein weiteres Mal. Der oder die Täter dokumentieren damit auch ihre Verachtung für jegliche Form von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und politischem Verantwortungsbewusstsein.
Gerd Nier für die Ratsfraktion der Göttinger Linken: „ Wir teilen die Empörung und Bestürzung der Lagergemeinschaft und Gedenkstätte KZ Moringen über die feige Schändung“. Auch die Göttinger Linke bittet alle Göttinger Bürger/innen, die es ermöglichen können, sich an der Gegendemonstration zur geplanten NPD-Kundgebung in Northeim zu beteiligen.
04.01.2013
„Güterverkehr auf die Schiene! Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze!“, so und ähnlich lauteten die Argumente für das Großprojekt Güterverkehrszentrum Siekanger (GVZ III). Welch ein Zufall, jetzt wird bekanntgegeben, was Insider längst wussten. Zwar ohne Gleisanschluss, mit der fast ausschließlich Verlagerung der bisherigen Mitarbeiter/innen (vielleicht kommen ja fünf neue dazu) will die Firma Zufall sich gemeinsam mit der Distribo GmbH auf dem Siekanger ansiedeln. Damit haben wir dann auf dem GVZ I / II und dem GVZ III eine herausgehobene Monopolstellung der Firmen Zufall und Satorius samt eines Ablegers selbiger. Es gibt nämlich keine weiteren, von auswärts kommenden Investoren und es steht zu befürchten, dass dies auch noch längere Zeit so bleiben wird.
Schauen wir mal, wie in Zeiten knapper Haushalte sich die Millioneninvestitionen von Stadt und Land in ein Großprojekt amortisieren werden, wie so großspurig verkündet wurde. Die Göttinger Linke befürchtet weiterhin, wie schon im Rahmen der mehrheitlichen Beschlussfassung im Rat, dass wir es eher mit einem Millionengrab zu tun haben werden. „ Schade nur, dass die Bürger/innen des Leinebergs letztlich die ökologische und alle Göttinger Bürger/innen die finanzielle Zeche zahlen müssen, so Gerd Nier für die Göttinger Linke Ratsfraktion.
04.01.2013
Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass er in Sachen Asylpolitik ein absoluter Hardliner ist, der niedersächsische Innenminister Schünemann. Bleibt zu hoffen, dass seine Tage im Amt und insbesondere auch als Vorsitzender der Innenministerkonferenz gezählt bleiben.
Aber es ist auch ein Trauerspiel, wie die Stadtverwaltung vor jeder Äußerung und kleinsten Drohung vor diesem Innenminister kuscht und jeden Widerstand vermissen lässt. Da gibt es eindeutige Ratsbeschlüsse zur Barauszahlung der Leistungen für Asylbewerber/innen. Da bescheiden Verwaltungsgerichte Klagen von Hilfeempfänger/innen positiv. Da mahnt das Bundesverfassungsgericht die finanzielle Gleichbehandlung von Asylbewerber/innen mit anderen Hilfeempfänger/innen an.
„Wovor hat man denn eigentlich noch Angst?“; fragt Gerd Nier für die Göttinger Linke. Warum lässt man es nicht auf eine formale Auseinandersetzung ankommen und beschreitet wenn erforderlich nicht auch den Klageweg?
Von jedem Bürger erwarten wir Zivilcourage, um gegen Ungerechtigkeiten und Unrecht einzuschreiten. Zur Beendigung einer inhumanen, diskriminierenden Gutscheinvergabe an Asylbewerber/innen muss neben dem klaren Bekenntnis nun auch endlich ein eindeutiges Handeln der Stadtverwaltung folgen. Auch wenn es etwas Ärger aus Hannover geben sollte. Das Schwarze Peter Spiel muss endlich ein Ende haben.